Konzept der Ansprechpartnerin für Gleichstellung 

Frau van Essen

Ansprechpartnerin für Gleichstellung

Frau Flaspöhler

Stellvertreterin


Umsetzung des Gender Mainstreaming am VGK 


zu geschlechtsspezifische Aspekte der LRS-Förderung
Frauenförder- bzw. Gleichstellungsplan 2019-23


Die Kolleginnen und Kollegen finden aktuelle Informationen zu 'Gleichstellung - Teilzeit - Elternzeit ...' unter Logineo LMS (--> Verschiedenes --> Lehrerzimmer).

Schulleitung, Lehrer/innen, Schüler/innen und Eltern des Vestischen Gymnasiums formulieren im Schulprogramm folgende Grundhaltung als Teil ihres Leitbildes [wie sie auch das Landesgleichstellungsgesetz (vgl. §1 LGG vom 09.01.1999) fordert]:

„Wir akzeptieren und respektieren jeden als Person mit seinen Stärken und Schwächen und nehmen alle mit ihren schulischen und persönlichen Belangen ernst. Wir verpflichten uns darüber hinaus zu gegenseitiger Wertschätzung und Akzeptanz von Normen.“
„Wir legen Wert auf einen weltoffenen, toleranten und respektvollen Umgang. Dazu gehört für uns, sich auf Anderssein einzulassen - das heißt Interesse an diesem zu entwickeln, kulturelle und sprachliche Prägungen sowie Menschen mit Handicaps zu akzeptieren und eigene Überzeugungen kritisch zu hinterfragen. Wir fördern ein couragiertes Eintreten für Andere bzw. für eine Sache oder eine Idee. […]“
„Gegenseitige Unterstützung und ein vielfältiges und lebendiges Miteinander halten wir in unserer Schule für unverzichtbar. Wir möchten das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten stärken und dadurch Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein steigern.“
Jeden als Person mit seinen Stärken und Schwächen zu akzeptieren beinhaltet u. a., Jungen und Mädchen, Männer und Frauen in ihrer Verschiedenartigkeit wertzuschätzen und zu fördern, ihnen Verhaltensmuster und Wertvorstellungen bewusst zu machen, die auf überlieferte Geschlechterrollenerwartungen zurückgehen, und ihre Handlungs- und Sprachmuster sowie Denkweisen nach ihren Ursachen zu hinterfragen und sie ggf. zu verändern oder zu erweitern.

Alltägliche Formen von Gewalt und Sexismus sollen deutlich gemacht und die Bereitschaft zum Abbau geschlechtsspezifischer Benachteiligungen soll gefördert werden.

„[S]ich auf Anderssein einzulassen“ meint, seine Perspektive über ‚den Tellerrand des Gewohnten’ hinaus auszudehnen, ungleiche Chancen und Diskriminierungen wahrzunehmen, sich einzufühlen, sich vertraut zu machen und auseinanderzusetzen mit andersartigen Bedürfnissen, Erfahrungs- und Denkmustern, mit der Situation Anderer (Menschen anderen Geschlechts, anderer Herkunft, mit einem Handicap etc.).

Ein reflektierter, (selbst)bewusster und verantwortungsvoller Umgang mit der eigenen und der Rolle des jeweils Anderen in einem lebendigen Miteinander sind unser gemeinsames Ziel.

Es geht folglich ausdrücklich nicht lediglich darum, dass Mädchen und Frauen zu erreichen suchen, was traditionell Jungen und Männer tun.

Rollenverständnis und Maßnahmenkatalog


In ihrer beratenden und unterstützenden Funktion sowohl gegenüber der Schulleitung als auch gegenüber dem Kollegium sowie den Referendaren und Referendarinnen ist es die Aufgabe der Ansprechpartnerin des Vestischen Gymnasiums, das Schulleben unter Gender–Gesichtspunkten kritisch zu beleuchten und Ideen zur Verbesserung der schulischen Situation von Jungen und Mädchen (Schülern und Schülerinnen) sowie Männern und Frauen (Kollegen und Kolleginnen, Referendaren und Referendarinnen) zu entwickeln.

Ihre Ideen und Empfehlungen können sich bekanntermaßen auf die folgenden Bereiche beziehen:

– die Schulprogrammentwicklung,
– die Klassenbildung, Unterrichtsverteilung und Aufstellung des Stundenplans,
– Fragen des koedukativen Unterrichts,
– Schülerbetriebspraktika,
– die Besetzung von Gremien oder Funktionen,
– den Einsatz teilzeitbeschäftigter oder allein erziehender Lehrkräfte,
– den Einsatz von Lehrkräften, die aus einem Erziehungsurlaub bzw. aus einer Beurlaubung zurückkehren,
– Fortbildungsveranstaltungen und
– die Umsetzung des Gleichstellungsplans.

Die Schwerpunkte der Arbeit der Ansprechpartnerin bezogen sich in den vergangenen Jahren auf: 

- die Mitarbeit an der Einrichtung von Tutorien zur Lese- und Rechtschreibförderung für Schüler/innen der Klassen 5 und 6 (auch als Maßnahme zur Jungenförderung) /Auswahl von Lektüren unter Gender-Aspekten,
- die Durchführung von Unterrichtsvorhaben und -aktionen mit Gender-Schwerpunkten, z.B. Formulierung eines Klassenbriefes an die Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Bottrop (Anliegen: Erweiterung des Projekts ‚Mädchenmerker‘ – eines Kalenders für Mädchen – auch auf Jungen) / Projekt mit Fünftklässlerinnen und Fünftklässlern,
- die Einrichtung und alljährliche Organisation des Girls’ und Boys’ Day (i.d.R. am letzten Donnerstag im April) sowie eine Überarbeitung des Konzepts zur Auswertung der Erfahrungen der Schüler/innen in Zusammenarbeit mit der Fachschaft Politik,
- die Verankerung von Gleichstellungsmaßnahmen zur Mädchen- und Jungenförderung im
Schulprogramm, und zwar …
- die Teilnahme der Mädchen der 8. Klassen am Girls’ Day (seit 2007/2008) und
- die Teilnahme der Jungen der 8. Klassen an einem Boys’ Day (seit 2008/2009),
- Maßnahmen zur Leseförderung (s.o.) in der Erprobungsstufe (seit 2010/2011)
- die Empfehlung an die Koordinatoren und Koordinatorinnen der Betriebspraktika der 9. Klassen, die Unternehmen, die die Achtklässlerinnen und Achtklässler am Girls' und Boys’ Day aufsuchen, in die Liste der Praktikumsplätze mit aufzunehmen, um das Spektrum für Jungen und Mädchen zu erweitern,
- die Anregung von Maßnahmen zu einer Schulung der Kolleginnen und Kollegen im Bereich der Arbeit mit dem Computer, und zwar in zwei Gruppen jeweils speziell für Frauen und für Männer [aufgrund der Vorerfahrungen bei einer Intel-Schulung, die von mehreren Kolleginnen vorzeitig abgebrochen wurde],
- die Unterstützung der Idee, eine Maßnahme zur Einführung der Kolleginnen und Kollegen in die Arbeit mit Moodle durchzuführen (möglichst als männer- und frauenbezogene interne Fortbildung),
- die Mitarbeit an einem Bandbreitenmodell, welches zur Entlastung aller Korrekturlehrerinnen und –lehrer beiträgt und dabei die Teilzeitkräfte anteilig berücksichtigt,
Engagement für eine zahlenmäßig möglichst gleichmäßige Geschlechterverteilung bei der Besetzung von Stellen, von Arbeitskreisen und Gremien (wegen des höheren Frauenanteils im Kollegium nicht immer möglich),
- die Einführung und Gestaltung eines ‚Wunschzettels‘ für Lehrerinnen und Lehrer zur Darlegung individueller Informationen und Wünsche zur Stundenplangestaltung (insbesondere zur Berücksichtigung familiärer Verpflichtungen teil- und vollzeitbeschäftigter Kolleginnen und Kollegen),
- die Information und Beratung der Teil- und Vollzeitkräfte zum Thema Mehrarbeit, Elternzeit, Bandbreite, Karriereförderung etc.
- die alljährliche Information des Kollegiums über den Frauenförderplan und den Stand der Umsetzung am VGK etc. im Rahmen einer Lehrerkonferenz,
- die Verschriftlichung, Überarbeitung und Erweiterung des Teilzeitkonzepts des Vestischen Gymnasiums (in Zusammenarbeit mit den Teilzeitkräften) sowie dessen Evaluation (in Zusammenarbeit mit der Steuergruppe und dem Lehrerrat),
- den jährlichen Besuch der Dienstbesprechung für Ansprechpartnerinnen,
- die Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen zur neuen Rolle der Ansprechpartnerin für Gleichstellungsfragen (ab dem Schuljahr 2013/14),
- die Teilnahme an zahlreichen Ausschreibungen für schulscharfe Stellen, Auswahlkommissionen für schulscharfe Stellenbesetzungensowie Stellenausschreibungen für Beförderungsämter.

Bedarf zur Gleichstellung in unserem Schulalltag und Möglichkeiten der Umsetzung

Fragen der Geschlechtergleichstellung sollen in der Organisation der Schule, in allen Bereichen des Lehrens und Lernens, insbesondere aber in Lehrinhalten, Lehrplänen und Unterrichtsmaterialien berücksichtigt und eine diesbezügliche Diskussion an der Schule angeregt werden.

a) Bereich Unterricht

Im Ganzen müssen Inhalte, Methoden und didaktische Verfahrensweisen unterschiedlichen Lernvoraussetzungen und Zugangsweisen von Mädchen und Jungen Rechnung tragen und eine Auseinandersetzung von Jungen und Mädchen mit ihrer eigenen und der jeweils anderen Geschlechterrolle direkt und indirekt berücksichtigen.

Dies geschieht beispielsweise in Phasen des Biologieunterrichts (Thema ‚Sexualerziehung’), in denen Jungen und Mädchen zeitweise getrennt unterrichtet werden: In der Stundentafel wird dem naturwissenschaftlichen Unterricht in Klasse 5 eine zusätzliche Stunde eingeräumt. Im Sinne der reflexiven Koedukation werden die Schülerinnen und Schüler dabei nach Geschlecht getrennt in Physik bzw. Biologie unterrichtet, d.h. während die Mädchen Physik lernen, sind die Jungen im Biologieunterricht. Im wöchentlichen Wechsel tauschen die Gruppen.

Eine zusätzliche Stunde wird ebenfalls in Klasse 7 erteilt. Hier werden die Gruppen in Chemie und ITG (InformationsTechnische Grundlagen) möglichst auch nach Geschlecht aufgeteilt. In ITG lernen die Schülerinnen und Schüler Grundlagen verantwortungsvoller Computer-Nutzung und der Schaffung von Medienkompetenz kennen.

Weitere individuelle genderspezifische Unterrichtsangebote (ggf. auch für einzelne Sequenzen) sind im Unterricht der Kolleginnen und Kollegen denkbar.

Auch der prägende Einfluss der Medien hinsichtlich eines Verständnisses von Geschlechterrollen muss in allen Jahrgangsstufen immer wieder zum Inhalt des Unterrichts gemacht werden.

Das Thema ‚Geschlechtersozialisation und Gleichstellung' findet innerhalb der Schulcurricula bereits weitreichend Berücksichtigung im Rahmen von Unterrichtsvorhaben verschiedener Unterrichtsfächer im Laufe der Sekundarstufe I und II.

Die (epochentypischen) Rollen von Mann und Frau werden beispielsweise reflektiert im Unterricht der Fächer Englisch und Französisch sowie im Religions- und Deutschunterricht der Sek I. Dabei steht dieser Aspekt oft auch im Kontext anderer Themenschwerpunkte, z. B. im Rahmen einer Unterrichtsreihe der (bisher) 8. Klassen zum Thema ‚Zeitung’ im Fach Deutsch, in deren Verlauf die Schülerinnen und Schüler das Medium analytisch unter die Lupe nehmen und dabei auch Gender - Aspekte berücksichtigen und selbst (im Rahmen des ZEUS - Projektes) zu verschiedenen Themen, die ihnen wichtig sind, Texte verfassen und z. T. veröffentlichen.

Eine geschlechtersensible Auswahl an Lektürestoffen in den literarischen Fächern der Sekundarstufe I und II ist ein weiterer wesentlicher Aspekt der Berücksichtigung von Gender - Aspekten im Rahmen des Unterrichts. Sowohl in ihren thematischen Schwerpunktsetzungen als auch in den angebotenen Identifikationsfiguren und –situationen ist auf eine gleichmäßige Verteilung zu achten.

Während der Einfluss auf die Lektüreauswahl der Sekundarstufe II in dieser Hinsicht seit Einführung des Zentralabiturs für die Kolleginnen und Kollegen begrenzt ist, kann im Rahmen der Sekundarstufe I hier noch eine bewusste Auswahl getroffen werden.

Ähnliches gilt für die Arbeitsmaterialien in allen Unterrichtsfächern, bei deren Erstellung strikt zu vermeiden ist, dass tradierte Geschlechterrollenerwartungen unbewusst und unreflektiert bestätigt und verfestigt werden.

Auch im Bereich der Leseförderung (insbesondere in der Erprobungsstufe) sind geschlechtsspezifische Probleme und Interessen zu berücksichtigen.

Die Auswahl der Facharbeitsthemen in der Jahrgangsstufe 12/Q1 in den Jahren 2001 bis 2019 belegt darüber hinaus, dass der Anteil der an Gender-Aspekten orientierten Themenstellungen immerhin etwa 5% beträgt und viele Fächer betrifft. Eine Auswahl sei hier genannt:

Auswahl aus den Facharbeitsthemen 2001–2020 zur Thematik ‚Rolle der Frau’ / 'Rolle des Mannes' oder einer anderen Gleichstellungsthematik
b) Bereich schulischer Organisationsrahmen


Ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis ist neben der Mitwirkung der Schülerinnen und Schüler in Arbeitskreisen und Gremien (vgl. e)) auch bei der Klassenbildungbedeutsam, was am VGK weitgehend berücksichtigt wird.
Ebenso besteht der Wunsch der Kolleginnen und Kollegen, bei der Klassenleitunggeschlechtlich gemischte Klassenleiter(innen)-Teams zu bilden. Dieser Anspruch ist deshalb nicht immer vollständig umsetzbar, weil der Frauenanteil im Kollegium über 60 % liegt, sollte aber grundsätzlich im Fokus bleiben. Weiterhin erscheint es wichtig, in jeder einzelnen Klassegeschlechtlich gemischtes Lehrpersonal einzusetzen.



c) Bereich individuelle Förderung

Zu den Angeboten der individuellen Förderung liegen überwiegend noch keine statistischen Erhebungen bezüglich des Anteils weiblicher und männlicher Teilnehmer/innen an Wettbewerben, Leistungsvergleichen (z.B. sportlicher oder musikalischer Art), einzelnen Fördermaßnahmen besonders begabter oder lernschwächerer Schüler/innen vor.

Zu hinterfragen wäre u.U. auch, inwieweit die Angebote inhaltlich und/oder methodisch geschlechtsspezifisch angelegt sind.

Geschlechtsspezifische Aspekte spielen aber deutlich eine Rolle im Bereich der Leseförderung, die unsere Schule seit dem Schuljahr 2010/11 in der Erprobungsstufe als Tutorium anbietet. Der Anteil der Jungen der 5. (wie auch der 6.) Jahrgangsstufe, für die eine Verbesserung der Lesefertigkeit (beginnend mit einer Optimierung der Lesegeschwindigkeit) sinnvoll und notwendig erscheint, ist deutlich höher als der der Mädchen (ca. 2:1), was den Erhebungen zur Lesekompetenz* im Pisa-Test 2009/10 tendenziell entspricht:

Die geschlechtsspezifischen Leistungsunterschiede zugunsten von Mädchen in der Lesekompetenz sind in den vergangenen zehn Jahren praktisch unverändert geblieben: Die Schülerinnen konnten sich deutlich verbessern, der Anteil auf Grundschulniveau oder niedriger sank um knapp 6 Prozentpunkte auf etwa 13 %. Bei den Jungen ging die Zahl der Risikoschüler dagegen nur leicht zurück, von 27 % im Jahr 2000 auf 24 %.

Zugleich sank bei den Jungen der Anteil derjenigen, die auf dem höchsten Leistungsniveau lesen können - von rund 7 % auf etwa 4 %. Die Spitzengruppe der Mädchen stagnierte bei 11 %.

Wer es auf eine der beiden höchsten Kompetenzstufen schafft, wird im deutschen Pisa-Bericht als „Expertenleser/in“ bezeichnet. Zu dieser Spitzengruppe zählen rund zweieinhalb mal mehr Mädchen als Jungen.

Die Studie stuft insgesamt 7,6 % der deutschen Teilnehmer/innen als solche "Expertenleser/innen" ein; dies entspricht dem OECD-Durchschnitt. Fast alle von ihnen gehen aufs Gymnasium.

(zur Pisa–Studie vgl.www.spiegel.de/schulspiegel/wissen (Gelesen: 10.02.2011))

„Zudem verfügen Mädchen in Deutschland über eine höhere Lesekompetenz als Jungen, wobei sich dieser Geschlechterunterschied im Vergleich zu früheren Erhebungsrunden deutlich verringert hat. Zuletzt wurde die Lesekompetenz in der PISA-Studie 2009 als Hauptdomäne erhoben. Zu diesem Zeitpunkt lag die Lesekompetenz der Schülerinnen und Schüler in Deutschland noch im Durchschnitt der OECD-Staaten. Seitdem ist die Lesekompetenz in Deutschland deutlich gestiegen. Es sind vor allem die Jungen, die 2015 im Vergleich zur Erhebung im Jahr 2009 eine höhere Lesekompetenz zeigen. Außerdem ist die Gruppe der besonders leistungsstarken Schülerinnen und Schüler in Deutschland seit 2009 signifikant gewachsen.“

(http://www.lesen-in-deutschland.de/html/content.php?object=journal&lid=1418/Gelesen am 29.03.2018)



Das Konzept der Leseförderung am VGK sieht für die 6. Jahrgangsstufe ab dem Schuljahr 2011/12 vor, Tutorien zur Verbesserung der Lesestrategien für unterschiedliche Zwecke anzubieten (einen Text eher zu überfliegen oder gezielt nach bestimmten Informationen zu suchen). Zu diesem Zeitpunkt sollten die Schüler/innen – wie auch in der Jahrgangsstufe 5 - geschlechtsspezifisch und durchaus Klassen übergreifend gefördert werden. Die Textauswahl soll sich an geschlechtsspezifischen Interessen orientieren (beispielsweise auch in Bezug auf die Textauswahl).
c) Bereich Stellenbesetzung


Im Bereich der Stellenbesetzungen bestand ein Anliegen der vergangenen Zeit darin, auch weibliche Lehrkräfte für den naturwissenschaftlichen Bereich zu gewinnen, um eine Identifikationsmöglichkeit für Schülerinnen in den nach wie vor eher von Jungen bevorzugten Fächern zu gewährleisten. In den Fächern Biologie und Chemie konnte dieses Anliegen bereits seit Längerem umgesetzt werden.

Ausschließlich von männlichen Kollegen werden augenblicklich die Fächer Physik und Informatik vertreten. In anderen Fächern ist eher auf einen entsprechenden Anteil männlicher Kollegen zu achten. Dies betrifft insbesondere die Fächer Englisch, Deutsch, Französisch, Spanisch, Latein, Mathematik, Religion (katholisch und evangelisch) und Kunst.

Die Umsetzbarkeit solcher Vorstellungen hängt natürlich grundsätzlich von der zur Verfügung stehenden Auswahl an Bewerberinnen und Bewerbern und deren jeweiliger Eignung ab.

d) Bereich Berufs- und Lebensorientierung

Geschlechtssensible Berufsorientierung bedeutet, dass das Berufswahlspektrum von Mädchen und Jungen über bisher geschlechtsspezifisch bevorzugte Studiengänge und Ausbildungsberufe hinaus erweitert werden soll.

In der Jahrgangsstufe 8 nehmen daher die Schülerinnen des Vestischen Gymnasiums seit dem Schuljahr 2007/2008 an dem jährlich bundesweit stattfindenden Girls’ Day teil.

Vor dem Hintergrund einer Gleichstellung ermöglichen wir ihnen, Einblicke in bislang eher männertypische Berufe im Bereich des Handwerks, der Technik, der Naturwissenschaften und der Informationstechnologie zu gewinnen.

Ein entsprechendes Konzept für einen Boys’ Day wurde 2008/2009 für die Jungen der 8. Jahrgangsstufe umgesetzt, wobei es hier um Einblicke in sozial, pädagogisch und hauswirtschaftlich ausgerichtete Berufszweige gehen soll.

Die Aufgabe einer geschlechtssensiblen Berufsorientierung übernimmt auch das 2-wöchige Berufspraktikum der Jahrgangsstufe 9 (G8). Die Erstorientierung durch Girls’ bzw. Boys’ Day wird u.U. dazubeitragen, ein noch breiteres Spektrum an Praktikumsplätzen für Jungen und Mädchen zu schaffen. Dieses ist in den kommenden Jahren zu beobachten und entsprechend zu evaluieren.

Einzelne AG-Angebote innerschulischer und außerschulischer Art unterstützen ebenfalls eine geschlechtssensible Berufsorientierung: Zu nennen sind hier die Roberta-AG (für Mädchen der Klassen 6/7) und eine MINT-AG als Angebot der Hochschule Ruhr West in Bottrop für Mädchen der Sekundarstufe II.

Hinzu kommen das Assessment–Center, der Berufsinformationstag in Gladbeck und der Hochschultag in Münster, welche Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 12 Hilfestellungen zu einer (auch geschlechtsspezifisch) angemessenen Selbstpräsentation und Einblicke in traditionell frauen- und männertypische Berufszweige sowie Möglichkeiten zur Revision und / oder Erweiterung solcher tradierten Vorstellungen aufzeigen.

Ein Assessment–Center für die Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I (Jahrgangsstufe 8) stellt eine Ergänzung des Angebots dar.

e) Bereich Kommunikation

Zur Verbesserung der Kommunikation unter den Schülerinnen und Schülern und zur Bewusstmachung sexistischen Sprachgebrauchs sowie verbaler und nonverbaler Formen der Gewalt unter Mitschülerinnen und –schülern wird seit dem Schuljahr 2007/2008 von geschulten Kolleginnen ein Anti–Mobbing-Training in den 7. Klassen durchgeführt, welches laut Aussagen der Schülerinnen und Schüler im Ganzen recht positiv bewertet wird. Das Training steht im Kontext des schulinternen Konzepts ‚Faires Miteinander gegen Mobbing‘, welches zahlreiche weitere Maßnahmen umfasst: die Unterzeichnung der „Vereinbarungen für ein respektvolles Miteinander“ in der Klasse 5, das ‚Fairmobil‘ und den Projekttag ‚Wir sind Klasse!‘ in der Erprobungsstufe, einen Projekttag gegen Cybermobbing in der Jahrgangsstufe 7, Klassenleiterstunden in allen Jahrgangsstufen u.v.m.

Das im September 2017 erworbene Label „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ sollals fortdauernde Aufforderung verstanden werden, die Kommunikation zwischen Menschen jeden Geschlechts, jeder sexuellen Orientierung, jeglicher Herkunft etc. an unserer Schule zu fördern – ganz im Sinne unserer Zielvereinbarungen des schulischen Leitbildes: „Wir legen Wert auf einen weltoffenen, toleranten und respektvollen Umgang. Dazu gehört für uns, sich auf Anderssein einzulassen - das heißt Interesse an diesem zu entwickeln, kulturelle und sprachliche Prägungen sowie Menschen mit Handicaps zu akzeptieren und eigene Überzeugungen kritisch zu hinterfragen. Wir fördern ein couragiertes Eintreten für Andere bzw. für eine Sache oder eine Idee.“

f) Bereich Mitwirkung der Schülerinnen und Schüler / Eltern / Lehrerinnen und Lehrer

In der SV-Arbeit zeigte sich in den vergangenen Jahren ein annähernd gleich großer Anteil an Mädchen und Jungen, die das Amt der Klassen- oder Stufensprecherin bzw. des Klassen- oder Stufensprechers ausübten, sodass beide Geschlechter hier angemessen vertreten wurden. Momentan teilen sich allerdings zwei Schüler die Aufgaben des Schulsprechers und seines Stellvertreters.

Auch bei derMitarbeit am Schulprogramm – in der Schulprogrammgruppe - zeigt sich in Bezug auf die Schülervertreterinnen und -vertreter augenblicklich ein nicht ganz ausgewogenes Geschlechterverhältnis: Die Anzahl der Mädchen ist hier deutlich größer.

Im Bereich der Elternschaft und des Kollegiums verhält es sich ebenso: Es ist durchgehend zu wünschen, dass sich der Anteil an männlichen Teilnehmern erhöht. Unter der Zielvorgabe, Interessen beider Geschlechtergruppen in das Schulprogramm angemessen einfließen zu lassen, ist diese Entwicklung mit Nachdruck anzustreben.

g) Bereich fächerübergreifendes Angebot / Projekte / außerschulische Kontakte

In Bezug auf andere Projekte, Arbeitsgemeinschaften etc. ist zu prüfen, wie hoch der Anteil von Jungen und Mädchen bei verschiedenen Angeboten jeweils ist und inwieweit sich Mädchen und Jungen gleichermaßen angesprochen fühlen. Das Angebot ist dem Bedarf entsprechend zu erweitern (soweit andere schulische Belange dies zulassen).

Zu den außerschulischen und fächerübergreifenden Projekten kann u.a. auch der Girls’ bzw. Boys’ Day der Achtklässler/innen gezählt werden. Die Angebote unseres Kooperationspartners, der Hochschule Ruhr West (HRW), am Girls‘ Day werden von unseren Achtklässlerinnen gerne in Anspruch genommen. Im DifferenzierungsbereichII/Informatik sind die Angebote der HRW im Bereich der Digitaltechnik gleichermaßen auf Mädchen und Jungen ausgerichtet. Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wird die Möglichkeit gegeben, eigene Projekte zu verfolgen (z.B. intelligenter Kleiderschrank, technische Projekte etc.). Leider wird das Angebot insgesamt dennoch seltener von Mädchen genutzt.

h) Bereich Stellenbesetzung

Im Bereich der Stellenbesetzungen bestand ein Anliegen der vergangenen Zeit darin, auch weibliche Lehrkräfte für den naturwissenschaftlichen Bereich zu gewinnen, um eine Identifikationsmöglichkeit für Schülerinnen in den nach wie vor eher von Jungen bevorzugten Fächern zu gewährleisten. In den Fächern Biologie und Chemie konnte dieses Anliegen bereits seit Längerem umgesetzt werden.

Ausschließlich von männlichen Kollegen werden augenblicklich die Fächer Physik und Informatik vertreten. In anderen Fächern ist eher auf einen entsprechenden Anteil männlicher Kollegen zu achten. Dies betrifft insbesondere die Fächer Englisch, Deutsch, Französisch, Spanisch, Latein, Mathematik, Religion (katholisch und evangelisch) und Kunst.

Die Umsetzbarkeit solcher Vorstellungen hängt natürlich grundsätzlich von der zur Verfügung stehenden Auswahl an Bewerberinnen und Bewerbern und deren jeweiliger Eignung ab.

Zukünftige Tätigkeitsfelder

Die oben angeführten Anregungen für zukünftige Tätigkeitsfelder sollen hier noch einmal zusammengefasst werden:

- Eine noch intensivere und explizitere Berücksichtigung von Gender–Aspekten
- bei der Erstellung von Arbeitsmaterialien
-bei der Lese- und Rechtschreibförderung in der Erprobungsstufe
- bei der Lektüreauswahl in den entsprechenden Fächern
- bei der Erstellung der Fachcurricula (auch unter Berücksichtigung des Gesamtcurriculums der Schule)
-beim Anti–Mobbing–Training
-bei dem Angebot informationstechnologischer Fortbildungen für Schüler/innen und Lehrer/innen
- bei der Neueinstellung von Lehrkräften

Evaluation unter geschlechtsspezifischen Gesichtspunkten:
Evaluation des Teilzeitkonzepts 2017/18
ggf. statistische Erhebung bezüglich der Teilnahme von Jungen und Mädchen an AGs, Projekten, außerschulischen Angeboten, Fördermaßnahmen, in Gremien (SV, Schulprogrammgruppe etc.) usw. zum Zwecke einer Veränderung des Angebotes im Sinne einer Gleichstellung
________________________

* Lesekompetenz wird hier definiert als „die Fähigkeit, geschriebene Texte unterschiedlicher Art in ihren Aussagen, ihren Absichten und in ihrer formalen Struktur zu verstehen und sie in einen größeren sinnstiftenden Zusammenhang einzuordnen, sowie in der Lage zu sein, Texte für verschiedene Zwecke sachgerecht zu nutzen.“ (Deutsches PISA-Konsortium (Hrsg.): PISA 2000, Opladen 2001, S. 22)


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